Stellungnahme der LAK zu den Vorfällen am „Bergfest“ der TiHo

Die Studierenden der TiHo halten traditionell zum sechsten Semesters ihres Studiums ein „Bergfest“ ab. Hierbei findet ein Wettstreit zwischen einem Frauen- und einem Männerchor statt. Es werden Vorlesungen gestürmt und Lieder gesungen. Dieses Jahr ging der Aufritt des Männerchors jedoch über den Rahmen des freundschaftlichen Wettstreits hinaus.

Ein militaristisches Auftreten kann vielleicht noch in irgendeinem Zusammenhang als Satire verkauft werden. In Kombination mit dem T-Shirt-Aufdruck „VETeran – We make TiHoe‘s vet again“ (Vet steht hierbei für Veterinärmedizin) wird aber unbestreitbar eine Frauenverachtung abgebildet, die der eines Donald Trump in nichts nachsteht. Dieses Auftreten, bestehend aus diesen Faktoren, war bewusst gewählt. Es ist zu erwarten, dass sie die Konsequenzen ihrer Handlungen abschätzen können.

Die Botschaft ist klar: Frauen sind für uns Objekte zur sexuellen Befriedigung.

Ungleichheit ist immer noch ein großes Problem in der Gesellschaft und auch an Hochschulen. Die LAK versteht den universitären Raum als Ort der Gleichheit aller und einen Raum der Begegnungen auf Augenhöhe. Hochschulen sollten hier als Vorbild für die Gesellschaft fungieren und nicht als Beispiel für gelebte Misogynie. Deshalb verurteilen wir, die LandesAstenKonferenz Niedersachsen, diesen Vorfall scharf.

Quelle https://www.haz.de/var/storage/images/haz/hannover/aus-der-stadt/sexistischer-auftritt-in-hannover-tiho-studenten-sorgen-fuer-eklat/721911099-5-ger-DE/Sexistischer-Auftritt-TiHo-Studenten-sorgen-fuer-Eklat_big_teaser_article.jpg Stand 8.10.2019

 

Wir rufen die Studierenden der TiHo auf, sich mit dem Vorfall auseinander zu setzen und zu überlegen, wie solche Handlungen zukünftig unterbunden werden können. Außerdem rufen wir den AStA der TiHo auf, die Vorgänge klar zu verurteilen. Bisher gibt es keine öffentliche Stellungnahme des AStAs zu den Vorfällen. Auf Nachfrage der LAK erhielten wir folgendes Statement:

„Der allgemeine Studierenden Ausschuss der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover versteht sich als Vertretung aller Studierenden der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Als solche stellen wir uns klar gegen Sexismus und Nationalismus und bekennen uns zu Toleranz, Weltoffenheit, Gleichberechtigung und einem respektvollen Miteinander. In Bezug auf den aktuellen Vorfall wurden nach Gesprächen mit allen Beteiligten Verabredungen ergriffen, die intern wirksam werden sollen und daher auch nur intern kommuniziert werden. Die Studierenden der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover werden über diese informiert.“

Dieses Statement des AStA’s ist keine Positionierung gegen den Vorfall. Zwar ist es begrüßenswert, wenn es zum Austausch aller Beteiligen kommt, aber der Versuch, den Vorfall, der im öffentlichen Raum der Hochschule stattfand und auch in der Öffentlichkeit diskutiert wird, nur intern zu lösen, ist für die Außenwirkung des AStAs und der gesamten Hochschule schädlich. Es muss ein klares Zeichen gegen Sexismus und Misogynie gesetzt werden und öffentlichkeitswirksam gezeigt werden, dass Menschen mit dieser Einstellung nicht willkommen sind.