Offener Brief an das Präsidium der Tierärztlich Hochschule Hannover

Der LandesAstenKonferenz geht es um die Aufarbeitung der Vorfälle und eine zukünftigen Unterbindung von Sexismus. Hiermit möchten wir noch einmal betonen, dass es nicht darum geht einen Keil in die Studierendenschaft zu treiben. Als Vertretung aller niedersächsischen Studierenden liegt es uns am Herzen, dass Hochschulen ein Raum bleiben in dem sich auf Augenhohe und mit Respekt begegnet werden kann.

 

An die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

z.Hd. Präsidium

Bünteweg 2

30559 Hannover

Hildesheim, den 08. Oktober 2019

 

Sehr geehrter Herr Dr. Dr. h.c. mult. Greif,

Sehr geehrter Herr Mertes,

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Tipold,

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Naim,

 

wir wenden uns an Sie wegen der bekannt gewordenen, sexistischen Vorfälle um das sogenannte Bergfest an Ihrer Universität. Die Studierenden der Tierärztlichen Hochschule Hannover (im Folgenden: TiHo) halten traditionell zum sechsten Semester ihres Studiums ein „Bergfest“ ab. Dieses Jahr ging der Auftritt des Männerchors jedoch über den Rahmen des freundschaftlichen Wettstreits hinaus. Ein militaristisches Auftreten kann vielleicht noch in irgendeinem Zusammenhang als Satire verkauft werden. In Kombination mit dem T-Shirt-Aufdruck „VETeran – We make TiHoe‘s vet again“ wird aber unbestreitbar eine Frauenverachtung abgebildet, die der eines Donald Trump in nichts nachsteht. Dieses Auftreten, bestehend aus diesen Faktoren, war bewusst gewählt. Es ist zu erwarten, dass die Studierenden die Konsequenzen ihrer Handlungen abschätzen konnten (Link unserer ersten Stellungnahme)

Wir, die LandesAstenKonferenz Niedersachsen (im Folgenden: LAK), verurteilen diesen Vorfall scharf. Wir rufen die Mitglieder der TiHo auf, sich mit dem Vorfall auseinander zu setzen und zu überlegen, wie solche Handlungen zukünftig unterbunden werden können.

Als Präsidium vertreten Sie die Universität maßgeblich nach außen.  Auch die Vorfälle sind durch die Presse gegangen und haben zahlreiche öffentliche Reaktionen provoziert und es handelt sich längst nicht mehr um ein Thema, welches lediglich Ihre Universität betrifft. Bisher ist uns keine öffentliche Stellungnahme Ihrerseits bekannt. Deshalb kommen wir nun als Landesstudierendenvertretung auf Sie zu.

Mit dem Verweis darauf, dass es sich um ein internes Problem handele, fürchten wir, dass sich vor der Auseinandersetzung gedrückt wird und das Problem totgeschwiegen werden soll. Zwar ist es begrüßenswert, wenn es zum Austausch zwischen Beteiligten kommt, aber der Versuch, den Vorfall, der im öffentlichen Raum der Hochschule stattfand und auch in der Öffentlichkeit diskutiert wird, nur intern zu lösen, ist für die Außenwirkung der gesamten Hochschule schädlich. Es muss ein klares Zeichen gegen Sexismus und Misogynie gesetzt und öffentlichkeitswirksam gezeigt werden, dass Menschen mit dieser Einstellung nicht willkommen sind. Dabei geht es nicht darum, eine ohnehin kleine Gruppe männlicher Studierender an ihrer Universität zu rügen, sondern auf die strukturellen, sexistischen Mechanismen hinzuweisen und Sexismus oder Militarismus zu benennen und zu kritisieren. Es geht insbesondere darum, diskriminierende Erfahrungen in den nächsten Jahren (nicht nur an Ihrer Universität) zu verhindern und die gesellschaftlichen Verhältnisse diesbezüglich nicht durch Schweigen zu reproduzieren, sondern vielmehr aufzubrechen und zu verändern. Diese Verantwortung sehen wir unter anderem im Vorbild- und Bildungscharakter der Universitäten.

Außerdem kritisieren wir scharf, dass Sie die Autonomie des AStAs nicht wahren und Ihnen vertrauliche Informationen von Studierenden zugekommen sind, welche sich an dieses Gremium gewandt hatten. Es ist von großer Bedeutung, dass Betroffenen unabhängige Beratungs- und Anlaufstellen zur Verfügung stehen und sie aus der Bitte um Unterstützung keine negativen Konsequenzen zu befürchten haben. Dies sehen wir an Ihrer Universität nicht mehr als gewährleistet.

Darüber hinaus ist uns bekannt geworden, dass es einen Dozenten an Ihrer Universität gibt, der immer wieder durch abwertendes Verhalten gegenüber Studentinnen auffällt. Dies kann unserer Ansicht nach nicht durch den hohen Anteil an Studentinnen relativiert werden, denn es handelt sich hierbei klar um ein gesellschaftlich akzeptiertes und häufig vorzufindendes Phänomen sexistischer Machtausübung. Auch hier sehen wir die Verantwortung bei Ihnen und den Bedarf dringend tätig zu werden.

Daher fordern wir Sie auf, sich solidarisch mit den Betroffenen zu zeigen, die Geschehnisse deutlich zu verurteilen und öffentlich Stellung zu nehmen. Wie bewerten Sie die Vorfälle? Welche Schritte haben Sie bereits eingeleitet? Wo sehen Sie Schwierigkeiten bei der Auseinandersetzung mit den Themen und der Aufarbeitung der Vorkommnisse?

Wir bitten Sie um eine baldige, schriftliche Antwort und die Weiterleitung Ihrer Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen verbleiben,

Lone Grotheer und Stephan Buchberger

für die LandesAStenKonferenz Niedersachsen

 

Offener Brief der LAK Niedersachsen an den Asta der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Der LandesAstenKonferenz geht es um die Aufarbeitung der Vorfälle und eine zukünftigen Unterbindung von Sexismus. Hiermit möchten wir noch einmal betonen, dass es nicht darum geht einen Keil in die Studierendenschaft zu treiben. Als Vertretung aller niedersächsischen Studierenden liegt es uns am Herzen, dass Hochschulen ein Raum bleiben in dem sich auf Augenhohe und mit Respekt begegnet werden kann.

 

An den AStA der Tierärztlichen Hochschule Hannover

Am Bischofsholer Damm 15, Gebäude 106

30173 Hannover

Hildesheim, den 08. Oktober 2019

 

Liebes AStA-Team,

wir wenden uns erneut an Euch wegen der bekannt gewordenen, sexistischen Vorfälle um das sogenannte Bergfest an eurer Universität. Die Studierenden der Tierärztlichen Hochschule Hannover (im Folgenden: TiHo) halten traditionell zum sechsten Semester ihres Studiums ein „Bergfest“ ab. Dieses Jahr ging der Auftritt des Männerchors jedoch über den Rahmen des freundschaftlichen Wettstreits hinaus. Ein militaristisches Auftreten kann vielleicht noch in irgendeinem Zusammenhang als Satire verkauft werden. In Kombination mit dem T-Shirt-Aufdruck „VETeran – We make TiHoe‘s vet again“ wird aber unbestreitbar eine Frauenverachtung abgebildet, die der eines Donald Trump in nichts nachsteht. Dieses Auftreten, bestehend aus diesen Faktoren, war bewusst gewählt. Es ist zu erwarten, dass die Studierenden die Konsequenzen ihrer Handlungen abschätzen konnten. (Link unserer ersten Stellungnahme)

Wir, die LandesAstenKonferenz Niedersachsen (im Folgenden: LAK), verurteilen diesen Vorfall scharf. Wir rufen die Studierenden der TiHo auf, sich mit dem Vorfall auseinander zu setzen und zu überlegen, wie solche Handlungen zukünftig unterbunden werden können.

Ihr seid die gewählte Vertretung der Studierenden und wir sehen gerade Euch daher in der Pflicht zu den Vorfällen öffentlich Stellung zu nehmen. Da die Vorfälle durch die Presse gegangen sind und zahlreiche öffentliche Reaktionen provoziert haben, handelt es sich längst nicht mehr um ein Thema, welches lediglich die Universität betrifft. Bisher ist uns jedoch keine öffentliche Stellungnahme Eurerseits bekannt. Deshalb kommen wir nun als Landesstudierendenvertretung erneut auf euch zu. Auf Nachfrage der LAK erhielten wir folgendes Statement: „Der allgemeine Studierenden Ausschuss der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover versteht sich als Vertretung aller Studierenden der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Als solche stellen wir uns klar gegen Sexismus und Nationalismus und bekennen uns zu Toleranz, Weltoffenheit, Gleichberechtigung und einem respektvollen Miteinander. In Bezug auf den aktuellen Vorfall wurden nach Gesprächen mit allen Beteiligten Verabredungen ergriffen, die intern wirksam werden sollen und daher auch nur intern kommuniziert werden. Die Studierenden der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover werden über diese informiert.“ Dieses Statement des AStA sehen wir nicht als Positionierung gegen den Vorfall.

Mit lediglich einigen Phrasen oder dem Verweis darauf, dass es sich um ein internes Problem handele, fürchten wir, dass sich vor der Auseinandersetzung gedrückt wird und das Problem totgeschwiegen werden soll. Zwar ist es begrüßenswert, wenn es zum Austausch zwischen Beteiligten kommt, aber der Versuch, den Vorfall, der im öffentlichen Raum der Hochschule stattfand und auch in der Öffentlichkeit diskutiert wird, nur intern zu lösen, ist für die Außenwirkung der gesamten Hochschule schädlich. Es muss ein klares Zeichen gegen Sexismus und Misogynie gesetzt und öffentlichkeitswirksam gezeigt werden, dass Menschen mit dieser Einstellung nicht willkommen sind. Dabei geht es nicht darum, eine ohnehin kleine Gruppe männlicher Studierender an ihrer Universität zu rügen, sondern auf die strukturellen, sexistischen Mechanismen hinzuweisen und Sexismus oder Militarismus zu benennen und zu kritisieren. Es geht insbesondere darum, diskriminierende Erfahrungen in den nächsten Jahren (nicht nur an der Universität) zu verhindern und die gesellschaftlichen Verhältnisse diesbezüglich nicht durch Schweigen zu reproduzieren, sondern vielmehr aufzubrechen und zu verändern. Diese Verantwortung sehen wir unter anderem im Vorbild- und Bildungscharakter der Universitäten und der Studierendenschaft.

Außerdem ist es von großer Bedeutung, dass Betroffenen unabhängige Beratungs- und Anlaufstellen zur Verfügung stehen und sie aus der Bitte um Unterstützung keine negativen Konsequenzen zu befürchten haben. Erste Anlaufstelle ist dabei immer der AStA. Dies sehen wir durch Euch im Moment nicht mehr als gewährleistet, da vertrauliche Informationen an die Universitätsleitung gegeben wurden und fordern euch daher auf, auch diese Prozesse zu reflektieren.

Darüber hinaus ist uns bekannt geworden, dass es einen Dozenten an Eurer Universität gibt, der immer wieder durch abwertendes Verhalten gegenüber Studentinnen auffällt. Dies kann unserer Ansicht nach nicht durch den hohen Anteil an Studentinnen relativiert werden, denn es handelt sich klar um ein gesellschaftlich akzeptiertes und häufig vorzufindendes Phänomen sexistischer Machtausübung. Auch hier sehen wir Euch in der Verantwortung aktiv zu werden.

Daher fordern wir Euch erneut auf, Euch solidarisch mit den Betroffenen zu zeigen, die Geschehnisse deutlich zu verurteilen und öffentlich Stellung zu nehmen. Wie bewertet ihr die Vorfälle? Welche Schritte habt ihr bereits eingeleitet? Wo seht ihr Schwierigkeiten bei der Auseinandersetzung mit den Themen und der Aufarbeitung der Vorkommnisse? Habt ihr Euch Unterstützung bei der Aufarbeitung der Vorfälle gesucht? Wie konnte es passieren, dass vertrauliche Informationen an die Universitätsleitung gelangt sind? Wir bitten Euch um eine baldige, schriftliche Antwort und die Weiterleitung eurer öffentlichen Stellungnahme.

Wir wissen, dass die Aufarbeitung eine Herausforderung darstellt und eine intensive Auseinandersetzung fordert. Falls ihr Euch dabei Unterstützung wünscht, könnt ihr gerne auf uns zukommen. Solltet ihr jedoch weiterhin nicht angemessen auf die Vorfälle reagieren und Euch nicht öffentlich dazu positionieren, sehen wir als LandesAstenKonferenz keine Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der Studierendenvertretung der TiHo und uns gezwungen unsererseits Öffentlichkeitsarbeit zu machen, um auf die Missstände an eurer Hochschule aufmerksam zu machen und für die betroffenen Partei zu ergreifen.

 

Mit freundlichen Grüßen verbleiben,
Lone Grotheer und Stephan Buchberger
für die LandesAStenKonferenz Niedersachsen

Stellungnahme der LAK zu den Vorfällen am „Bergfest“ der TiHo

Die Studierenden der TiHo halten traditionell zum sechsten Semesters ihres Studiums ein „Bergfest“ ab. Hierbei findet ein Wettstreit zwischen einem Frauen- und einem Männerchor statt. Es werden Vorlesungen gestürmt und Lieder gesungen. Dieses Jahr ging der Aufritt des Männerchors jedoch über den Rahmen des freundschaftlichen Wettstreits hinaus.

Ein militaristisches Auftreten kann vielleicht noch in irgendeinem Zusammenhang als Satire verkauft werden. In Kombination mit dem T-Shirt-Aufdruck „VETeran – We make TiHoe‘s vet again“ (Vet steht hierbei für Veterinärmedizin) wird aber unbestreitbar eine Frauenverachtung abgebildet, die der eines Donald Trump in nichts nachsteht. Dieses Auftreten, bestehend aus diesen Faktoren, war bewusst gewählt. Es ist zu erwarten, dass sie die Konsequenzen ihrer Handlungen abschätzen können.

Die Botschaft ist klar: Frauen sind für uns Objekte zur sexuellen Befriedigung.

Ungleichheit ist immer noch ein großes Problem in der Gesellschaft und auch an Hochschulen. Die LAK versteht den universitären Raum als Ort der Gleichheit aller und einen Raum der Begegnungen auf Augenhöhe. Hochschulen sollten hier als Vorbild für die Gesellschaft fungieren und nicht als Beispiel für gelebte Misogynie. Deshalb verurteilen wir, die LandesAstenKonferenz Niedersachsen, diesen Vorfall scharf.

Quelle https://www.haz.de/var/storage/images/haz/hannover/aus-der-stadt/sexistischer-auftritt-in-hannover-tiho-studenten-sorgen-fuer-eklat/721911099-5-ger-DE/Sexistischer-Auftritt-TiHo-Studenten-sorgen-fuer-Eklat_big_teaser_article.jpg Stand 8.10.2019

 

Wir rufen die Studierenden der TiHo auf, sich mit dem Vorfall auseinander zu setzen und zu überlegen, wie solche Handlungen zukünftig unterbunden werden können. Außerdem rufen wir den AStA der TiHo auf, die Vorgänge klar zu verurteilen. Bisher gibt es keine öffentliche Stellungnahme des AStAs zu den Vorfällen. Auf Nachfrage der LAK erhielten wir folgendes Statement:

„Der allgemeine Studierenden Ausschuss der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover versteht sich als Vertretung aller Studierenden der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Als solche stellen wir uns klar gegen Sexismus und Nationalismus und bekennen uns zu Toleranz, Weltoffenheit, Gleichberechtigung und einem respektvollen Miteinander. In Bezug auf den aktuellen Vorfall wurden nach Gesprächen mit allen Beteiligten Verabredungen ergriffen, die intern wirksam werden sollen und daher auch nur intern kommuniziert werden. Die Studierenden der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover werden über diese informiert.“

Dieses Statement des AStA’s ist keine Positionierung gegen den Vorfall. Zwar ist es begrüßenswert, wenn es zum Austausch aller Beteiligen kommt, aber der Versuch, den Vorfall, der im öffentlichen Raum der Hochschule stattfand und auch in der Öffentlichkeit diskutiert wird, nur intern zu lösen, ist für die Außenwirkung des AStAs und der gesamten Hochschule schädlich. Es muss ein klares Zeichen gegen Sexismus und Misogynie gesetzt werden und öffentlichkeitswirksam gezeigt werden, dass Menschen mit dieser Einstellung nicht willkommen sind.

Einladung zur konstituierenden Sitzung in Juni

Liebe Studierenden-Vertretungen in Niedersachsen, liebe Interessierte!

Hiermit laden wir zur konstituierenden Sitzung der LAK am 12.6.2019 ab 10:30 ein. Die Sitzung findet in den Räumen der Hochschule Hannover, Ricklinger Stadtweg 120, statt. Der Raum wird ausgeschlidert.

  • TOP 1 Begrüßung und Bestellung der Beschlussfähigkeit
  • TOP 2 Berichte aus den Hochschulen
  • TOP 3 Konstitution
  • TOP 4 Wahl einer neunen Koordination
  • TOP 5 Landesweite Unterfinanzierung der Stuwerke, Informationen zur Gründer der Arbeitsgruppe
  • TOP 6 Kleine Anfrage Drittes Geschlecht in Zusammenarbeit mit der grünen Landtagsfraktion
  • TOP 7 Termine

Alle, die die Grundsätze unserer Präambel vertreten, ist willkommen.

Präambel

Die LandesAStenKonferenz Niedersachsen (LAK) versteht sich als demokratischer Zusammenschluss niedersächsischer Studierendenschaften zur Vertretung der Studierenden gemäß §20 (1) NHG und §41 HRG in allen gesellschaftlichen und politischen Belangen. Sie sieht sich als Teil der verfassten Studierendenschaft und setzt sich für deren Erhalt ein. Die LAK tritt für die Demokratisierung der Hochschule, echte Hochschulautonomie und den Abbau von Bildungsbeschränkungen ein, insbesondere Bildungsgebühren jeglicher Art, d. h. es sollte Mitspracherecht und Qualifizierung für alle gefördert werden, anstatt Selektion in den Mittelpunkt zu stellen. Die LAK sieht Hochschule und Wissenschaft in zentraler Verantwortung für eine friedliche, soziale und demokratische Entwicklung der Gesellschaft. Daher ist es eine zentrale Aufgabe der Studierendenschaften, eine solche Entwicklung durch eigene Tätigkeiten zu fördern. Die LAK setzt sich für eine emanzipatorische Gesellschaft ein, die frei ist von Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie. Des Weiteren fordert die LAK die Rechte der Studierenden von den hochschulpolitischen Organisationen und der Gesellschaft ein und setzt sich für eine stetige Verbesserung der Qualität von Lehre und Forschung sowie der Studienbedingungen an den Hochschulen ein. Zur Durchsetzung dieser Forderungen arbeitet die LAK mit anderen gesellschaftlichen und hochschulpolitischen Organisationen und Institutionen zusammen.

Tagesordnungspunkte

Offener Brief an Herrn Thümler und das MWK zum Thema Studentische Wohnungsnot in Niedersachsen

Wir sind es gewohnt, dass Regierungsvertreter*innen gegenüber uns Studierenden freundlich auftreten, sich ihrer Zielgruppe anpassen und sehr interessiert erscheinen. Aus diesem Kontext heraus sind auch Treffen zwischen dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur und den Vertreter*innen der Studierendenschaften entstanden.

Zum Thema der studentischen Wohnungsnot wurde auf der letzten Sitzung eine rege Diskussion geführt. Minister Thümler erwähnte, dass es niedersachsenweit 509 neue Wohnheimplätze geben soll – AStA Vertreter*innen entgegneten, dass diese nicht einmal in Göttingen den Bedarf für Studierende decken könnten. Beim Gespräch über mögliche Wohngegenden in Hannover, zum Beispiel im 30 ÖPNV-Minuten entfernten Vorort Wunstorf, schlug Herr Thümler vor Wohnheime zu bauen oder sich als AStA generell wohnungsbaugenossenschaftlich zu organisieren, um mehr Wohnraum zu schaffen.

Im Nachgang zu diesem Gespräch, das Herr Thümler früher verließ, um sich in einem Telefonat um Finanzen zu kümmern, stellte sich bei einer Rücksprache mit einer Justiziarin heraus, dass es trotz „guter Zinsen für Immobilienerwerb“ rechtlich nicht möglich ist die kritische Lage von Studierenden für Studierende selbst zu verbessern. Eine Anfrage der Grünen an die Landesregierung stellte heraus, dass Minister Thümler diese Vorschläge weniger ernst als einen Impuls über neue Konzepte und Möglichkeiten nachzudenken meinte.

Bezahlbarer Wohnraum in Hochschulnähe ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes und erfolgreiches Studium. Auch in Niedersachsen steigt die Zahl der Studierenden von Jahr zu Jahr und die Landesregierung reagiert nicht auf den steigenden Bedarf an Wohnraum für diese Menschen. Der Preis sind oftmals lange Zugfahrten oder mehrere Nebenjobs, die den Fokus auf die Lehre stark beeinträchtigen. Eine exzellente Ausbildung kommt nicht durch den Status einer exzellenten Universität. Ein Studium sollte allen ermöglicht werden und nicht zu einem exklusiven Gut durch fehlende finanzielle Unterstützung für das bezahlbare Leben werden.

So sehr wir als Vertreter der Studierendenschaften daran mitarbeiten wollen, liegen die Kompetenzen zur Umsetzung der Maßnahmen nicht in unserer Hand. Daher fordern wir Herrn Minister Thümler und die Landesregierung auf die kritische Lage ernst zu nehmen und Lösungsansätze auszuarbeiten. Gleiche Chancen auf Bildung sind durch den Mangel an bezahlbarem Wohnraum nicht gegeben!

Für die gute Zusammenarbeit und die Kommunikation der Bedürfnisse und Möglichkeiten ist es vorteilhaft sich weiterhin zwei Mal im Jahr mit Herrn Thümler als Vertreter zu treffen. Ein erwähnter Zeitmangel, der nur noch ein jährliches Treffen möglich mache, ist nur eine Frage der Prioritäten.

Im Namen der LandesAStenKonfernz Niedersachsen an die Landesregierung Niedersachsens


weiter infos: https://studis-gegen-wohnungsnot.com/2018/03/21/breites-buendnis-startet-wohnraumkampagne/

Lernen am Limit – auch in Niedersachsen ein unerhörtes Problem!

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Überfüllt Seminarräume, zu wenig und zu teurer Wohnraum und eine BAföG-Politik die schon lange nicht mehr den aktuellen Ansprüchen gerecht wird. Das muss sich ändern! 

Die Wohnpauschale des BAföG von 250 Euro reicht nicht annähernd, um den eigenen Wohnraum bezahlen zu können. Die Politik sowohl auf Landes als auch auf Bundesebene muss dringend reagieren. Wir fordern mehr sozialen Wohnungsbau, eine funktionierende Mietpreisbremse, den Ausbau von Wohnheimplätzen, die Unterstützung von alternativen Wohnkonzepten und die Nutzung von Leerstand!

Seminar und Vorlesungsräume platzen aus allen Nähten. Wir fordern eine Rückbesinnung auf das humboldtsche Bildungsideal. Selbstbestimmtes Lernen, Entfaltung der persönlichen Fähigkeiten und Talente sind nur möglich, wenn eine bedarfsgerechte Finanzierung der Hochschulen einschließlich der flächendeckenden Schaffung von besseren Beschäftigungsverhältnissen an allen Hochschulen, besseren Lehrbedingungen und eine verbesserte Betreuungsrelation ermöglicht wird.

Der soziale Hintergrund eines Menschen sollte nicht bestimmen, ob er oder sie studieren kann. Von 100 Studis kommen 21 aus nicht-Akademiker*innenhaushalten. Wir fordern ein Studium ohne Bildungs- Und Studiengebühren und ein BAföG, das mehr Studis unabhängig von ihrer Lebens- und Studiensituation zugänglich gemacht wird, den Bedarf deckt und als Vollzuschuss ausgezahlt wird!

Wir sprechen uns im Namen der Studierenden von Niedersachsen FÜR die Kampagne von Lernfabriken meutern „Lernen am Limit“ aus! Es ist allerhöchste Zeit sich auf allen politischen Ebenen mit der Realität der Studierenden auseinanderzusetzen. Wie wird sich die Attraktivität eines Studiums in der Zukunft entwickeln, wenn man keine bezahlbare Wohnung am Studienort, seine Lebenshaltungskosten nur mit einem Vollzeitjob neben einem Vollzeitstudium bezahlen kann, weil die staatlichen Förderungen mit utopischen Pauschalen rechnen und die Hochschulen nicht an der richtigen Stelle investieren?

Mehr Infos hier:

LandesAStenKonferenz Niedersachsen solidarisiert sich mit Besetzung der Ateliers an der HBK Braunschweig

In ihrer Sitzung vom 27. Oktober hat sich die LandesAStenKonferenz Niedersachsen ohne Gegenstimmen entschlossen, sich mit der Besetzung der Ateliers der HBK Braunschweig in der Blumenstraße zu solidarisieren.

Die Räumlichkeiten sind seit inzwischen über zwei Wochen besetzt um gegen die plötzliche und willkürliche Änderung der Schließzeiten des Gebäudes im Speziellen und die Forcierung der Universitätsleitung die Kunsthochschule in einen durchökonomisierten Anstaltsbetrieb umzuwandeln im Allgemeinen zu protestieren.

Friedrich Paun von der Koordination der LandesAStenKonferenz erklärt: „Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit der Besetzung der Blumenstraße. Das Präsidium hat seine neoliberale Agenda zu lange auf Kosten der Studierenden und auch aller anderen Universitätsangehörigen durchgedrückt. Wir unterstützen die Forderung nach einem Runden Tisch und fordern die Universitätsleitung auf, endlich Vernunft anzunehmen.“

Landtagswahl in Niedersachsen – Studierende dürfen nicht vergessen werden

Nach den vorgezogenen Landtagswahlen in Niedersachsen steht zwar das vorläufige amtliche Wahlergebnis fest, über eine mögliche neue Regierungskoalition kann aber bisher nur spekuliert werden. Die LandesAStenKonferenz Niedersachsen nutzt dennoch die Gelegenheit zu einem Aufruf an die Parteien studentische Belange auch nach dem Wahlkampf in den Koalitionsgesprächen nicht zu vergessen. „Die Landtagswahl mag vorüber sein, doch das Wintersemester und damit für viele Erstsemester auch das Studium, hat gerade erst begonnen. Wir wollen daher alle Parteien erinnern, studentische Belange in den Koalitionsverhandlungen zu vergessen. Unter anderem: Die Abschaffung von Langzeitstudiengebühren und Verwaltungskostenbeiträgen, der Sanierungsstau an den Universitäten, die Verbesserung der sozialen Infrastruktur für Studierende, Einführung der Viertelparität in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung, Gleichstellung aller Geschlechter und natürlich ein gerechter Bildungszugang für alle.“, erklärt Friedrich Paun von der Koordination der LandesAStenkonferenz.

Die LandesAStenKonferenz sieht darüber hinaus den Einzug der AfD in den niedersächsischen Landtag mit Sorge. Friedrich Paun erklärt abschließend: „Die Landesastenkonferenz positioniert sich klar gegen jede Form der Diskriminierung, wie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie. Die AfD ist eine Partei, die sich immer wieder offen gegenüber solchen Einstellungen gezeigt hat und mehrere ihrer Mitglieder haben Kontakte in die extreme Rechte. Wir finden es empörend, dass nun eine Bande von Rechtspopulisten im niedersächsischen Landtag sitzen wird.“

Offener Brief der Studierendenschaften zur Thematik ‚Rahmenvertrag VG-Wort/KMK‘

In der letzten Woche haben KMK und VG Wort erklärt, dass ein erneutes Verhandlungsteam sich mit der Situation auseinandersetzen wird und heute haben diese Verhandlungen bereits zu den ersten Ergebnissen geführt. Als Zwischenlösung wird es bis September 2017 wie bisher eine pauschale Vergütung für die Ansprüche der VG Wort geben (siehe genaueres). Dies begrüßen wir ausdrücklich. Jedoch kann dies nur ein erster Schritt sein und es müssen jetzt schnell weitere unter explizitem Einbezug der Studierenden erfolgen. Weiterlesen

Studieren wie in den 90ern? Wir sehen uns am Kopierer!

Ab dem 1.1.2017 werden nach aktuellem Stand die Möglichkeiten, Studierenden auf legale Weise Lehrmaterialien zur Verfügung zu stellen, deutlich eingeschränkt.

Die Kultusministerkonferenz (KMK), der Bund und die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) haben sich auf einen neuen Rahmenvertrag zur Vergütung von Ansprüchen für Nutzungen von wissenschaftlicher Literatur nach § 52a UrhG an öffentlichen Hochschulen verständigt. Weiterlesen