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Bundesweiter Studierendenprotest soll hunderttausenden in Not geratenen Studierenden eine Stimme geben!

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Pressemitteilung: Bundesweiter Studierendenprotest soll hunderttausenden in Not geratenen Studierenden eine Stimme geben


Studierendenvertretungen aus ganz Deutschland gehen am 08. Juni auf die Straße, um gegen die unzureichenden Hilfsmaßnahmen für Studierende zu protestieren. Um 11 Uhr finden vor den Landesparlamenten und Wissenschaftsministerien in Hannover, Potsdam, Dresden, Mainz, Wiesbaden, sowie vor dem Gebäude des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Bonn Kundgebungen statt. Die Botschaft ist klar: um eine Bildungskatastrophe zu verhindern, muss den vielen in Not geratenen Studierenden endlich geholfen werden. Die Aktionen laufen unter dem Hashtag #studihilfejetzt. Den dezentralen Kundgebungen folgt am 20.06. eine Demonstration in Berlin zum gleichen Thema.


„Drei Monate, nachdem Scholz die Bazooka ausgepackt hat, kommt Bildungsministerin Karliczek nun mit einer winzigen Wasserpistole daher“, sagt Birte Spekker von der lokalen Studierendenvertretung der Universität Osnabrück. „Studierende sollen sich durch einen KfW Kredit mit hohen Zinsen verschulden. Als einzige rückzahlungsfreie Hilfe bietet Frau Karliczek einen Nothilfefonds an, der nur bei Menschen greift, die weniger als 500 Euro auf dem Konto haben. Diese bekommen dann nur auf bis zu 500 Euro aufgestockt. Das heißt im Klartext: Wer genug Geld auf dem Konto hat, um Miete und Krankenversicherung zu bezahlen, bekommt keine Hilfe. Davon sind dann aber weder Lebensmittel- noch sonstige Ausgaben gedeckt.“ Daher müsse die Bundesregierung nun eingreifen und das Versagen der Ministerin wettmachen.


„Der Protest soll den vielen hunderttausenden Studierenden eine Stimme geben, die ihre Jobs verloren haben und keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Kurzarbeitergeld haben“, so Lone Grotheer von der LandesAStenKonferenz Niedersachsen. „Seit drei Monaten müssen sie irgendwie über die Runden kommen, leihen sich Geld von Familie und Freund*innen, um Miete und Essen bezahlen zu können.

Viele haben schon ihr Studium abgebrochen, um Anspruch auf Grundsicherung zu bekommen. Das alles lässt Anja Karliczek sehenden Auges passieren. Was ist das für eine Bildungsministerin, der diese Bildungskatastrophe egal ist?“


Die Proteste finden daher zusätzlich zu den Landeshauptstädten auch direkt vor Frau Karliczeks Ministerium statt. In Bonn haben die lokalen ASten der Universität Bonn und der Universität zu Köln zur Demonstration gerufen, in Berlin folgt am 20.06. eine große Demonstration. „Wir wissen uns nicht mehr anders zu helfen“, sagt Amanda Steinmaus von der bundesweiten Studierendenvertretung fzs. „Anja Karliczek ist nicht nur beratungsresistent, sondern verhindert aktiv, dass Studierenden schnell und unbürokratisch geholfen wird. Mittlerweile brauchen wir nicht nur eine schnelle finanzielle Hilfe für die vielen Studierenden in Not. Generell muss die Studienfinanzierung in Deutschland reformiert werden, um die drastische Bildungsungerechtigkeit, die sich durch die Corona-Krise gerade noch einmal verschärft hat, auszugleichen. Für die, die schon abgebrochen haben, müssen Hilfsangebote und Regelungen geschaffen werden, um ihnen die Rückkehr zum Studium zu ermöglichen.“

Suggested press release in English :
Nationwide student protest should give a voice to hundreds of thousands of students in need
Student representatives from all over Germany will take to the streets on June 8th to protest against the insufficient support measures for students. At 11 o’clock, rallies will take place at the state parliaments and Ministries of Education in Hannover, Potsdam, Dresden, Mainz, Wiesbaden, and in the cities Leipzig and Wuppertal as well as at the buildings of the Federal Ministry of Education and Research in Bonn and Berlin. The message is clear: to prevent an educational catastrophe, the many students in need must finally be helped. The protests are united by the Hashtag #studihilfejetzt. Following the decentralized demonstrations, a rally will take place in Berlin on June 20th under the same motto.


„Three months after Scholz unpacked the bazooka, Minister of Education Karliczek now comes along with a tiny water pistol,“ says Birte Spekker from the local student council of the University Osnabrück. „Students are supposed to get into debt with a loan with high-interest rates. As the only non-repayable aid, Ms. Karliczek offers an emergency aid fund that only applies to people who have less than 500 euros in their account. These then only receive up to 500 euros. In plain language, this means that anyone who has enough money in their account to pay rent and health insurance will not receive any help. However, this will not cover food or other expenses. Therefore the Federal Government must now intervene and make up for the Minister’s failure.


„The protest at the ministries is intended to give a voice to the many hundreds of thousands of students who have lost their jobs and are not entitled to unemployment benefit II or short-time work benefits,“ said Lone Grotheer from the state student representation Lower Saxony. „For three months they have had to make ends meet somehow, borrowing money from family and friends* to pay rent and food. Many of them have already dropped out of their studies to be entitled to basic support.

Anja Karliczek lets all this happen with her eyes wide open. What kind of Minister of Education doesn’t care about this educational disaster?“


The protests would, therefore, take place not only in the state capitals but also directly in front of Ms. Karliczek’s ministry. In Bonn, the local ASten of the University of Bonn and University of Cologne have called for a demonstration, in Berlin a big rally will follow on June 20th. „We don’t know how else to help ourselves,“ says Amanda Steinmaus from the federal student representation fzs. „Anja Karliczek is not only resistant to counseling, but actively prevents students from being helped quickly and unbureaucratically. In the meantime, we not only need quick financial help for the many students in need. In general, student financing in Germany must be reformed to compensate for the extreme educational injustice that has just been exacerbated by the Corona crisis. For dropped out students, offers of help and regulations must be created to enable them to return to their studies“.